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FAQ

Häufig gestellte Fragen

Gerade Einsteigern in die Solarthermie stellen sich zu Beginn viele Fragen. Die wichtigsten beantworten wir Ihnen hier.

Wie werden sich Energiesituation und Preise künftig entwickeln?

Trotz derzeit leicht steigender Reserven von noch nicht abgebauten Erdöl-, Gas oder Kohlelagerstätten sind die Mengen dieser fossilen Energieträger begrenzt. Der explodierende Verbrauch in so genannten Boom-Ländern, wie zum Beispiel China, wird weiter zunehmen. Das heißt, eine langfristig steigende Nachfrage bei gleichzeitig sinkenden Reserven führt unweigerlich zu steigenden Preisen. Kostete 1970 ein Barrel (159 Liter) Rohöl noch unter zwei Euro, sind es heute rund 70 bis 90 Euro. Die 100-Euro-Marke haben wir also schon im Blick. All das macht deutlich: Wir benötigen dringend mehr Energie aus alternativen Erzeugungsvarianten. Eine davon ist die Solarenergie, die sich in Photovoltaik und Solarthermie untergliedert. Die Sonne hat eine „Reserve“ von ca. 4,5 Milliarden Jahren. Preissteigerungen sind von ihr nicht zu erwarten. Zusätzlich ist die Fördersituation für Solaranlagen derzeit sehr günstig. Im Verhältnis zu den konventionellen Energieträgern wird Wärme aus der Solarthermie sicher immer preiswerter.

Solarenergie - was verstehen wir darunter?

Die Sonne ist unsere größte, sauberste und auch langfristig sicherste Energiequelle. Solare Energie entsteht durch eine ununterbrochene Kernfusion in der Sonne. Durch die Umwandlung von Wasserstoff in Helium wird Strahlungsenergie freigesetzt, die sämtliches Leben auf der Erde ermöglicht. Wir erhalten davon täglich mehr als wir in einem Jahr verbrauchen - weltweit!

Solarthermie oder Photovoltaik - wo ist der Unterschied?

Mit Solarthermie bzw. Solarwärme bezeichnet man die Technik, mit der Wasser durch Sonnenenergie erwärmt wird. Dieses kann zum Heizen, als Trinkwasser, für die Wasch- und Spülmaschine und sogar zum Kühlen eingesetzt werden. Bei der Photovoltaik wird die Sonnenenergie in üblicherweise aus Silizium bestehenden Solarzellen direkt in Strom umgewandelt. Dort entsteht der Strom durch auftreffende Photonen (Lichtteilchen), die Elektronen in Bewegung setzen. Andere siliziumfreie Technologien werden erforscht bzw. bereits getestet.

Wie ist eine solarthermische Anlage aufgebaut?

Solarthermische Anlagen bestehen aus einem Sonnenkollektor, einem Regler mit Pumpe und einem Speicher mit Wärmetauscher. Im Kollektor (lat. Sammler) sammeln beschichtete Kupferbleche die Sonnenenergie. Unter den Blechen befinden sich Kupferrohre, durch die eine Wärmeträgerflüssigkeit fließt. Ist diese im Kollektor wärmer als im Trinkwasserspeicher, wird durch den Regler mit Pumpe und den Wärmetauscher das Trinkwasser im Speicher erwärmt. Die dabei wieder abgekühlte Wärmeträgerflüssigkeit fließt zurück in den Kollektor und erwärmt sich erneut. Ein ununterbrochener Kreislauf.

Wie ist ein thermischer Kollektor aufgebaut?

Das zentrale Teil eines Flachkollektors ist der Absorber aus beschichteten Kupferbleche und -rohren. Die vordere Abdeckung ist aus Sicherheitsglas, die seitlichen und die rückseitige dagegen aus einer temperatur- beständigen Dämmung. Zusammengehalten wird alles von einem stabilen Rahmengehäuse. Neben den Flachkollektoren gibt es noch ebenfalls verglaste Vakuum-Röhrenkollektoren und so genannte Schwimmbad-Absorber aus schwarzen Kunststoffmatten.

Ist eine solarthermische Anlage überhaupt sinnvoll?

Die Solarenergie ersetzt in zunehmendem Maße fossile Energieträger wie Öl, Gas und Kohle. Umweltbelastungen, zum Beispiel durch CO2-Emissionen, Stickoxide und Kohlenmonoxid werden nachhaltig reduziert. Auch wenn bereits über große Solarthermieanlagen nachgedacht wird, bleibt die dezentrale Nutzung an einzelnen Gebäuden ein wichtiger Aspekt. So entfallen Kosten und Risiken von Transporten und Lagerung. Salopp formuliert: Die Sonne kommt jeden Tag von ganz allein zu Ihnen und stellt keine Rechnungen.
Zusätzlich amortisieren sich die Installationskosten durch staatliche Förderprogramme, steigende Energie- preise tun ihr übriges für zufriedene Blicke auf Ihre künftigen Energierechnungen. Da deutsche Haushalte durchschnittlich über 80 Prozent der Energie für Heizung und Warmwasser verbrauchen, sind hier deutlich Einsparpotentiale zu erkennen. Sollten Sie Ihr Haus irgendwann verkaufen wollen, stellt die vorhandene Solaranlage ebenfalls eher einen Wertzuwachs als das Gegenteil dar.
Und nicht zuletzt demonstrieren Sie Ihre moderne Lebensweise und bekommen durch die Anerkennung Ihrer Familie, Nachbarn und Freunde ein besseres Lebensgefühl.

Welche Haustypen sind für eine Solarthermieanlage geeignet?

Im Prinzip ist jedes Haus geeignet. Dachflächen zwischen Südost und Südwest mit einer Neigung von 20 bis 60 Grad eignen sich am besten. Andere Ausrichtungen benötigen gegebenenfalls eine etwas größere Kollektorfläche. Pro Person rechnet man für die Trinkwasser-Erwärmung einen bis zwei Quadratmeter Kollektorfläche. Wollen Sie nicht nur Ihr Trinkwasser erwärmen, sondern auch Ihr Heizsystem unterstützen, ist dies fast immer möglich.
Der Einbau ist natürlich beim Neubau eines Hauses am besten. Spätere Installationen sind jedoch in jedem Fall möglich. Besonders, wenn Sie eine Modernisierung Ihrer Heizungsanlage oder Maßnamen zur Wärme- dämmung mit dem Einbau einer Solaranlage kombinieren, stehen oft weitere Fördergelder bereit.

Welchen Anteil des Warmwasserbedarfs kann man durch Solarthermie abdecken?

Von Mai bis September stellt die 100-prozentige Deckung des Warmwasserbedarfs bei ein bis zwei Quadratmetern Kollektorfläche pro Person in der Regel kein Problem dar. Wenn Sie dies auch im Winter erreichen wollen, müsste diese Fläche deutlich vergrößert werden, was die Einrichtungskosten eher nicht rechtfertigen. In der kalten Jahreszeit dient Ihre Solaranlage aber sehr gut der Vorerwärmung des Kaltwassers. Die restliche Erwärmung erfolgt durch die bestehende Heizung. Auf die zwölf Monate eines Jahres gerechnet lassen sich 60 - 70 Prozent des Trinkwassers, etwa zum Duschen, ausreichend erwärmen.

Was ist besser: Nur Warmwasserthermie oder eine Komplettanlage für Warmwasser und Heizung?

Grundsätzlich gilt: Wählen Sie die für Sie beste Alternative. Natürlich können Sie mit einer Solarthermieanlage auch heizen. Durch den Einsatz eines entsprechenden Solarspeichers ist dies möglich. So lassen sich bis zu 40 Prozent des Heizenergiebedarfes solar erzeugen.

Kann man mit einer Solaranlage auch kühlen?

Ja, man kann. Unter dem Stichwort Solar Cooling wird hier seit Jahren geforscht. Die Technologie ist jedoch noch nicht so marktreif, dass sie kostengünstig im Privatsektor einzusetzen ist. Sobald wir Ihnen hier weiter- helfen können, werden wir Sie informieren.

Die Rentabilität Ihrer Solarthermieanlage

Sie können davon ausgehen, dass sich eine Solarthermieanlage bei gleich bleibenden Energiekosten für fossile Energieträger durchschnittlich nach fünf bis sieben Jahren amortisiert hat. Zur Verfügung gestellt Fördergel- der oder zinsgünstige Kredite unterstützen dies. Da jedoch mit einer weiteren Verteuerung der klassischen Energien zu rechnen ist, kann sich die Amortisationszeit verkürzen. Die Haltbarkeit der Anlagen liegt heute im Regelfall über 20 Jahre. Sie sehen also: Eine Solarthermieanlage rechnet sich, selbst wenn man „nur“ den finanziellen Aspekt betrachtet und nicht an die Umwelt denkt!

Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Fördermittel stellen Bund, Länder, Kommunen, aber auch Energieversorger zur Verfügung. Sehen Sie dazu den Navigationspunkt „Förderung“.

Brauche ich für eine Kollektoranlage eine Baugenehmigung?

Die Errichtung einer Solarthermieanlage bedarf im Regelfall keiner Baugenehmigung. Bei denkmalgeschützten Gebäuden sollten Sie sich jedoch mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde in Verbindung setzen.

Wie hoch sind die Betriebs-, Wartungs- und Unterhaltskosten?

Ausschließlich die elektronischen Bauteile (Pumpe, Regler) benötigen Strom. Die Kosten sind jedoch gering und sollten 15 Euro pro Jahr nicht übersteigen. Regelmäßige Wartungen sichern eine längere Betriebserwartung Ihrer Solarthermieanlage. Zusammen mit der jährlichen Kesselwartung sollten die Mehrkosten bei etwa 35 Euro pro Jahr liegen.

Was muss bei der Planung einer Solarthermieanlage beachtet werden?

Jede solarthermische Anlage muss individuell geplant werden. Ihr Energieertrag hängt von verschiedenen Faktoren ab, die bei der Planung beachtet werden müssen. Dazu gehören:
• die geographische Lage des Hauses
• die Dachausrichtung und -neigung
• der Warmwasserbedarf anhand der im Haus lebenden Personen
• mögliche Schattensituationen des Daches

Wünschen Sie eine Solarthermieanlage mit einer Heizungsunterstützung, müssen Sie zusätzlich die Art des Heizungssystems und die Wohnfläche beachten.

 
 

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